Warum Sie einen Jahresplan brauchen
In vielen Ställen stehen die Impftermine in den Equidenpässen, die Entwurmung in einem Heft und die Empfehlungen des Tierarztes im Handy von irgendwem. Bei einer Handvoll Pferden und einem festen Team geht das gerade so. Wächst der Bestand, wechseln Einsteller oder beginnt die Turniersaison, hat die Frage „Wann wurde dieses Pferd zuletzt gegen Influenza geimpft?“ plötzlich keine schnelle Antwort mehr.
Ein Jahresplan bündelt all das in einem Rahmen. Zu Jahresbeginn wissen Sie, welches Pferd wann welche Impfung bekommt, wann Kotproben genommen werden und wer zuständig ist. Tierarztbesuche lassen sich bündeln, Einsteller werden rechtzeitig informiert, und die Hektik kurz vor dem Turnier entfällt.
Welche Impfungen Sie besprechen sollten
Kein Impfprogramm gleicht dem anderen, doch beim Planungsgespräch kommen meist dieselben Themen auf den Tisch. Ihr Tierarzt wägt sie gegen das regionale Krankheitsrisiko ab, gegen die Frage, ob Pferde reisen und auf Turniere gehen, und wie oft neue Pferde in den Stall kommen.
- Tetanus: Pferde sind sehr empfänglich für Wundstarrkrampf, und schon eine kleine Wunde kann Eintrittspforte sein. Deshalb gehört Tetanus in nahezu jedem Programm zu den Grundimpfungen.
- Equine Influenza: Eine sich schnell ausbreitende Atemwegserkrankung. Besonders wichtig für Pferde, die reisen und Turniere gehen; die FEI und viele nationale Verbände verlangen eine dokumentierte Impfung.
- Equines Herpesvirus (EHV): Kann Atemwegserkrankungen, in manchen Formen neurologische Probleme und bei tragenden Stuten Aborte verursachen. Ob und wann geimpft wird, besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt anhand der Abläufe in Ihrem Stall.
- Regionale Impfungen: Tollwut oder andere in bestimmten Gegenden vorkommende Krankheiten kommen je nach örtlichem Risiko und Vorschriften hinzu.
Die Abstände für Grundimmunisierung und spätere Auffrischungen unterscheiden sich je nach Impfstoff und Hersteller. Übernehmen Sie sie von Ihrem Tierarzt und aus der Produktinformation, nicht aus einem Artikel, und tragen Sie genau diese Termine in Ihren Plan ein.
Turnierregeln und Einträge im Equidenpass
Bei Turnierpferden ist die Impfung nicht nur eine Gesundheitsfrage, sondern auch eine Frage der Startberechtigung. Auf FEI-Turnieren muss die Influenza-Impfung von einem Tierarzt korrekt im Pass eingetragen sein. Die Regeln zu Grundimmunisierung, Auffrischungsintervallen und dazu, wie kurz vor einem Start zuletzt geimpft worden sein darf, sind an bestimmte Zeitfenster gebunden und werden von Zeit zu Zeit überarbeitet.
Statt Intervalle auswendig zu lernen, prüfen Sie zu Beginn jeder Saison die aktuellen FEI Veterinary Regulations und die Bestimmungen Ihres nationalen Verbands. Für Rennpferde gelten die Regeln der zuständigen Rennsportbehörde. Eine fehlende Unterschrift oder ein falsches Datum im Pass kann ein Pferd von einem Turnier ausschließen, auf das Sie monatelang hingearbeitet haben.
Selektive Entwurmung statt Schema F
Lange galt: Jedes Pferd wird in festen Abständen entwurmt, mit wechselnden Wirkstoffen. Viele Tierärzte rücken inzwischen von dieser Gewohnheit „alle Pferde, jedes Mal“ ab. Der Hauptgrund: Häufige, unnötige Anwendung beschleunigt die Resistenzbildung bei Parasiten, und einige Wurmmittelgruppen verlieren bereits an Wirkung.
Bei der selektiven Entwurmung entscheiden Untersuchungen. Zu mit dem Tierarzt vereinbarten Zeitpunkten werden Kotproben genommen und eine Eizahlbestimmung (Kotprobe, EpG) durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, welche Pferde behandelt werden müssen und welche nur beobachtet werden. Manche Parasiten, etwa Bandwürmer und bestimmte Larvenstadien, zeigen sich in der Eizahl nicht zuverlässig; dafür empfiehlt Ihr Tierarzt eventuell einen eigenen Test oder eine saisonale Behandlung.
Eine Wiederholung der Untersuchung einige Zeit nach der Behandlung (Eizahlreduktionstest) zeigt, ob das Wurmmittel in Ihrem Stall noch wirkt. Für die Planung des nächsten Jahres ist das eine wertvolle Information.
Weide- und Paddockmanagement
Wurmmittel sind nur ein Teil der Parasitenkontrolle. Regelmäßiges Abäppeln der Paddocks, keine Überweidung, Ruhephasen und Wechsel der Flächen, wo möglich, und nicht zu viele Pferde auf kleinem Raum senken den Behandlungsbedarf. Stehen diese Arbeiten nicht in der täglichen Routine der Pfleger, fallen sie stillschweigend weg.
Neuzugänge und Quarantäne
Ein neues Pferd kann sowohl Infektionskrankheiten als auch resistente Würmer in den Stall bringen. Ein schriftlicher Ablauf für Neuankömmlinge ist deshalb ein ebenso wichtiger Teil des Jahresplans wie die Impfungen selbst.
Checkliste für Neuzugänge
- Equidenpass und Impfnachweise vor der Ankunft angefordert; Lücken mit dem Tierarzt besprochen
- Letzte Entwurmung und aktuelle Kotprobenergebnisse beim Vorstall erfragt
- Für den vom Tierarzt empfohlenen Zeitraum getrennt aufgestallt und getrennt auf den Paddock
- Während der Quarantäne eigene Eimer, Futtertröge und Putzzeug
- Temperatur täglich gemessen und notiert
- Kotprobe nach Anweisung des Tierarztes genommen und Ergebnis festgehalten
- Ende der Quarantäne gemeinsam mit dem Tierarzt entschieden und notiert
Ein Beispiel für den Jahreskalender
Die folgende Tabelle zeigt nur, wie ein Plan aussehen könnte. Monate und Aufgaben sind in jedem Stall anders – erstellen Sie Ihren eigenen Kalender gemeinsam mit Ihrem Tierarzt.
| Zeitraum | Impfung | Parasitenkontrolle | Aufgaben im Stall |
|---|---|---|---|
| Januar–Februar | Jahresplan mit dem Tierarzt durchgehen | Kotprobenergebnisse des Vorjahres auswerten | Pässe und Aufzeichnungen prüfen |
| März–April | Auffrischungen vor der Saison nach Plan | Kotproben im Frühjahr | Ruhe und Wechsel der Weiden planen |
| Mai–Juni | Influenza-Status mit dem Turnierkalender abgleichen | Gezielte Behandlung, bei Bedarf Reduktionstest | Regelmäßig abäppeln |
| Juli–August | Unterlagen der Neuzugänge prüfen | Kotproben im Sommer | Quarantäneboxen vorbereiten |
| September–Oktober | Auffrischungen nach Plan | Saisonale Kontrolle nach tierärztlicher Empfehlung | Weidepflege |
| November–Dezember | Impfliste fürs nächste Jahr erstellen | Jahresrückblick | Aufzeichnungen des Jahres archivieren |
Geben Sie jeder Zeile eine verantwortliche Person. Ein Team, das den Plan kennt, aber nicht weiß, wer was macht, ist kaum besser dran als eines ohne Plan.
Den Plan mit Equ Crm verfolgen
In Equ Crm hat jedes Pferdeprofil einen eigenen Bereich für Impfungen und Gesundheitsdaten, sodass Sie auf einen Blick sehen, welche Impfung wann gegeben und von wem eingetragen wurde. Tierarztbesuche und geplante Impftermine stehen zusammen mit allem anderen in der Wochenansicht des Kalenders, jeder Termin mit Status: geplant, eingetroffen oder erledigt.
Warnregeln erkennen fehlende Einträge und riskante Situationen; hat zum Beispiel ein Pferd in Quarantäne Fieber und frisst zugleich schlecht, wird die richtige Person benachrichtigt. Aufgaben wie die tägliche Temperaturmessung oder das Abäppeln landen auf der Aufgabenliste der Pfleger, die sie mit einem Tipp abhaken und bei Bedarf einen Messwert oder ein Foto ergänzen. Kosten über der von Ihnen festgelegten Grenze geben Einsteller im Einstellerportal frei.
Zur täglichen Gesundheitskontrolle lesen Sie unseren Beitrag über frühe Anzeichen von Lahmheit und Kolik. Wenn Sie den Plan für Ihren Stall gemeinsam aufsetzen möchten, buchen Sie eine Demo.

